Foto: Materialise GmbH

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Materialise investiert in neues Metall-Kompetenzzentrum

Spatenstich in Bremen: Materialise investiert rund 25 Millionen Euro in ein neues Metall-Kompetenzzentrum für den 3D-Druck.

Materialise, einer der führenden Anbieter von 3D-Druck-Software und Dienstleistungen, investiert in den nächsten Jahren voraussichtlich rund 25 Millionen Euro in ein neues Metall-Kompetenzzentrum für 3D-Druck. Grund ist die wachsende Nachfrage im Bereich additiver Metallfertigung. In einem ersten Schritt erfolgte am 9. Oktober 2019 der Spatenstich für einen rund 7,5 Millionen Euro teuren Neubau. Das Gebäude soll in eineinhalb Jahren bis Anfang 2021 fertiggestellt sein.

Metall-Kompetenzzentrum mit über 30 industriellen Metall-3D-Druckern

Nach der ersten Bauphase verfügt der Neubau über 3.500 m². Er bietet damit Platz für über 120 Mitarbeiter und mehr als 30 industrielle Metall-3D-Drucker sowie zugehörige Anlagen und Geräte zur Abdeckung der gesamten Prozesskette der additiven Metallfertigung. Durch das Konzept einer integrierten Produktion und Entwicklung werden die Bereiche Forschung, Softwareentwicklung und Fertigung unter einem Dach zusammenarbeiten und wechselseitig noch stärker voneinander profitieren. Zudem erlaubt das flexible Baukonzept zukünftige Erweiterungen der Flächenkapazität.

Hochwertige Lösungen aus verschiedenen Metallen

"Mit dem Neubau unseres Metall-Kompetenzzentrums für 3D-Druck begegnen wir der wachsenden Nachfrage in diesem Bereich und tragen unseren Teil dazu bei, dass die Technologie immer bessere Lösungen erlaubt", so Marcus Joppe, Geschäftsführer der Materialise GmbH in Bremen. "Wir drucken vor Ort nicht nur für unsere nationalen und internationalen Kunden, sondern nutzen unsere Erfahrung aus den Fertigungsprozessen auch für die Weiterentwicklung unserer Softwarelösungen. Umgekehrt hilft uns unser Software-Know-how additive Fertigungsprozesse kosteneffizient umzusetzen und hochwertige Lösungen in verschiedenen Metallen zu realisieren. Die Investition in den Neubau in Bremen ist auch ein Bekenntnis zu dem lokalen Netzwerk innovativer Technologie- und Entwicklungspartner, das hier im Laufe der letzten Jahre entstanden ist. Durch die gute, enge Zusammenarbeit vor Ort ergeben sich zahlreiche Synergien, die letztlich allen Anbietern und Kunden im Bereich additiver Fertigungstechnologie zugutekommen."

Metall-3D-Druck ist auf dem Vormarsch

Ingo Uckelmann, Technischer Leiter Metall-3D-Druckwerk bei Materialise Bremen, ergänzt: "Der Metall-3D-Druck ist auf dem Vormarsch und erobert immer neue Branchen. Das liegt unter anderem daran, dass Unternehmen immer neue Anwendungen dafür identifizieren. Die beständige Forschung und Weiterentwicklung bei Materialien, Maschinen und Software macht auch immer neue Anwendungen wirtschaftlich sinnvoll. Um die Kosteneffizienz für Anwendungen zu verbessern, unterstützen wir unsere Kunden mit Design-Dienstleistungen und optimieren unsere Druckprozesse bis hin zu den Belichtungsstrategien." Materialise betreibt in Bremen bereits seit 2011 sein weltweit einziges Metall-Kompetenzzentrum für 3D-Druck, einen Teil seiner Softwareentwicklung sowie ein Vertriebsbüro. Seit April 2016 ergänzt der Fertigungsbereich für den industriellen Metall-3D-Druck die Tätigkeiten. Eine weitere Niederlassung befindet sich in Gilching bei München, dort liegt der Schwerpunkt auf dem Vertrieb. Materialise beschäftigt laut Unternehmensangaben weltweit über 2.000 Mitarbeiter.

Vielfältige Einsatzgebiete 

Außer in der Medizintechnik, wo der Metall-3D-Druck vor allem wegen der erreichbaren Bauteilkomplexität und der Individualisierbarkeit zum Einsatz kommt, sowie in der Luft- und Raumfahrt, wo vor allem ihre Qualitäten in puncto Leichtbau gefragt sind, findet die Technologie heute zunehmend auch im Automobilbau, im Maschinenbau und vielen weiteren Branchen Verwendung. Die Anwendungen reichen von der Prototypenfertigung bis hin zur Herstellung von Kleinserienbauteilen, die etwa als Ersatzteile die Logistik vereinfachen oder in Produktionswerkzeugen zum Teil vollkommen neue Herstellungs- und Produktlösungen ermöglichen. Besondere Herausforderungen bei der additiven Metallfertigung bestehen zum einen darin, geeignete und sinnvolle Anwendungen zu identifizieren, zum anderen darin, die entsprechenden Entwicklungs- und Produktionsprozesse fortlaufend effizienter zu machen. Effizienzsteigerungen sind nicht nur aus Gründen des Wettbewerbs nötig, sondern auch, um immer neue Anwendungen bis hin zur individualisierten Serienfertigung lohnenswert zu machen.
 

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