Foto: Materialise

3D Printing

Entlastung bei Beatmungsgeräte-Engpässen

Materialise entwickelt 3D-gedruckte Sauerstoffmaske und damit eine schnelle, alle Sicherheitsvorschriften erfüllende Lösung für Krankenhäuser.

Auf der ganzen Welt suchen Krankenhäuser nach medizinischen Geräten, die kritisch kranken Coronavirus-Patienten Luft mit zugesetztem Sauerstoff zuführen können. Derzeit wird diese Behandlung mit mechanischen Beatmungsgeräten durchgeführt, mit denen Kliniken oft unterversorgt sind. Daher erforschen Mediziner heute verschiedene Methoden, um die Lungen von Covid-19-Patienten ohne den Einsatz eines Beatmungsgerätes mit positivem endexspiratorischen Druck (PEEP) zu versorgen. Materialise hat eine Lösung entwickelt, mit der sich Sauerstoff zuführen und ein hoher positiver Druck ohne den Einsatz eines Beatmungsgerätes erzeugen lässt. Ein 3D-gedruckter Adapter verwandelt in den meisten Krankenhäusern bereits vorhandene Standardausrüstung in eine nicht-invasive PEEP-Maske (NIP), die an die Sauerstoffversorgung angeschlossen werden kann (um die Atmung von Coronavirus-Patienten zu erleichtern). Diese Lösung gibt Patienten mehr Zeit, bis mechanische Beatmungsgeräte für die Behandlung nötig sind, und hilft, sie früher vom Beatmungsgerät zu nehmen, so dass diese Geräte für Patienten in kritischem Zustand verfügbar sind. Durch die Nutzung medizinischer Standardausrüstung, einschließlich einer nichtinvasiven Beatmungsmaske (NIV), eines Filters und eines PEEP-Ventils, ist die Lösung für medizinisches Fachpersonal einfach und vertraut zu handhaben. 

Zertifizierte medizinische Fertigung

Mittels 3D-Druck lassen sich medizinische Geräte schnell und lokal herstellen und Krankenhäuser rasch mit Lösungen versorgen. Es ist jedoch entscheidend, hierbei auch die Vorschriften einzuhalten, die die Sicherheit von Patienten und Pflegepersonal gewährleisten. Materialise treibt die behördliche Registrierung in Europa und den USA voran. Parallel dazu unterstützt Materialise eine klinische Studie, um die Auswirkungen der Anwendung bei COVID-19-Patienten zu testen, und erwartet erste Ergebnisse innerhalb der nächsten zwei Wochen. "Der 3D-Druck spielt eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung der globalen Coronavirus-Pandemie, da er es ermöglicht, innovative Lösungen zu entwickeln und diese sehr schnell weltweit verfügbar zu machen", sagt Brigitte De Vet, Vizepräsidentin von Materialise Medical. "Gleichzeitig ist es entscheidend, dass die medizinischen Produkte, die wir auf den Markt bringen, sicher und wirksam sind. Materialise verfügt über jahrzehntelange Erfahrung im zertifizierten medizinischen 3D-Druck, die es uns ermöglicht, schnell und sicher 3D-gedruckte Geräte auf den Markt zu bringen." In der Zwischenzeit baut das 3D-Druck-Unternehmen seine Produktionskapazitäten aus, um die Lösung für Krankenhäuser, die nach einer Notfalllösung suchen, in der Breite schnell verfügbar zu machen. Der Materialise NIP Connector wird in den ISO 13485-zertifizierten Werken des Unternehmens in Leuven in Belgien, in Plymouth, Michigan, sowie in entsprechenden 3D-Druck-Anlagen qualifizierter Partner gefertigt werden. Materialise sucht nach Partnern, um die Lösung möglichst vielen Patienten zur Verfügung zu stellen.

Schnelle und lokale Herstellung 

Der 3D-Druck ist eine digitale Fertigungstechnologie, die es ermöglicht, Produkte schnell und lokal zu erstellen. Da Reisen und Transporte immer schwieriger werden und Schnelligkeit von entscheidender Bedeutung ist, wird die Möglichkeit, vor Ort zu produzieren, immer wichtiger. In diesem Fall wurde das Produkt in Belgien entworfen und kann in einer von Materialise zertifizierten Einrichtung oder in einem Krankenhaus, das dazu in der Lage ist, auf zuverlässige Weise gedruckt werden.