Foto: Volkswagen AG

Unternehmen

Darum hat VW ein neues 3D-Druck-Zentrum eröffnet

Produzieren für die Zukunft: Volkswagen Werkzeugbau eröffnet hochmodernes 3D-Druck-Zentrum und hat dabei auch die Serienfertigung im Visier.

Der Werkzeugbau der Marke Volkswagen erweitert sein Geschäftsfeld in Wolfsburg um ein hochmodernes 3D-Druck-Zentrum und  bringt  die modernsten  3D-Druckergeneration innerhalb des Volkswagen Konzerns zum Einsatz. Das soll künftig auch die Fertigung von komplexen Fahrzeugteilen ermöglichen. Zugleich setzt der Werkzeugbau mit dem 3D-Druck-Zentrum einen Kernpunkt des 2016 geschaffenen Zukunftspaktes um und baut seine Fertigungskompetenzen mit Fördermitteln aus dem Innovationsfonds II weiter aus.

Serienfertigung in 2-3 Jahren

„Das 3D-Druck-Zentrum hebt die Additive Fertigung von Volkswagen auf ein neues Niveau“, sagte Dr. Andreas Tostmann, Produktionsvorstand der Marke Volkswagen, bei der Eröffnung des 3D-Druck-Zentrums. „Der dreidimensionale Druck wird in zwei bis drei Jahren auch für erste Teile in der Serienfertigung interessant. Perspektivisch können wir 3D-Drucker auch direkt an den Fertigungsstraßen innerhalb der Fahrzeugproduktion einsetzen“, so Tostmann weiter.

Jetzt auch  Binder Jetting-Verfahren im Einsatz

 Die, in Kooperation mit dem US-Hersteller HP entwickelte neue 3D-Drucker-Generation ist die modernste innerhalb des Volkswagen Konzerns und basiert auf dem „Binder Jetting“-Verfahren, welches das bisherige Selective Laser Melting-Verfahren (SLM) ergänzt. Die „Binder Jetting“-Geräte machen den metallischen 3D-Druck nicht nur deutlich einfacher, sondern auch schneller. Künftig sollen damit auch Fahrzeugteile für die Serienfertigung hergestellt werden. Im 3D-Druck-Zentrum, mit 3.100 Quadratmetern Geschäftsfläche, arbeiten Werkzeugbauer, Planer und Forscher bei der Entwicklung von neuen Produkten und Prozessen eng zusammen. Im Rahmen des Zukunftspakts entstand mit der Additiven Fertigung zugleich eine eigene Unterabteilung mit elf Zukunftsarbeitsplätzen. Der Leiter der Additiven Fertigung, Oliver Pohl, hob bei der Eröffnung insbesondere die Mannschaftsleistung des gesamten Teams hervor, das seit dem Beginn der Umbauarbeiten vor einem Jahr Erstaunliches für die Zukunft geschaffen hat: „Wir haben hier ein innovatives Zentrum geschaffen, was für Volkswagen in der Zukunft strategisch von immenser Bedeutung sein wird“.
„Die Eröffnung des 3D-Druck-Zentrums unterstreicht die Wichtigkeit des Innovationsfonds‘ II, der Investitionen wie diese möglich macht“, sagte Betriebsrätin Susanne Preuk. „Sich für neue Technologien zu öffnen und diese auch im Sinne der Beschäftigten zukunftsfähig zu gestalten, begrüßen wir seitens des Betriebsrats.“

Beide Verfahren sollen sich optimal ergänzen

Bislang wurde im Volkswagen Konzern im Metallischen 3D Druck hauptsächlich mit dem SLM-Verfahren gearbeitet. Hierbei wird der zu verarbeitende Werkstoff, beispielsweise Stahl, als feines Pulver in einer dünnen Schicht auf die Grundplatte aufgebracht. Ein Laserstrahl schmilzt das Pulver an den Stellen auf, an dem das Bauteil entstehen soll. Das geschmolzene Pulver erstarrt und bildet eine feste Materialschicht. Mit den neuen, zusätzlichen Anlagen sind im Werkzeugbau nun auch weitere 3D-Druckverfahren wie Binder Jetting möglich. Bei diesem additiven Verfahren werden Bauteile mithilfe eines Metallpulvers und Bindemittels (Binder) schichtweise hergestellt. Das so entstandene Bauteil wird anschließend im sogenannten Sinterprozess zu einem metallischen Teil „gebacken“. Künftig sollen die unterschiedlichen Verfahren ihr spezifisches Einsatzgebiet haben und sich so optimal ergänzen.

 

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