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Automatisierung

Automatisierte Entpulverung übergroßer Bauteile

So entpulvert Solukon mit dem Reinigungssystem SFM-AT1000 übergroße Bauteile automatisiert.

Solukons Reinigungssysteme entfernen zuverlässig Pulverrückstände aus komplexen Metallbauteilen durch automatisiertes Schwenken und gezielte Schwingungsanregung. Mit der SFM-AT1000 stellt Solukon ein neues Format zur Entpulverung von Bauteilen bis zu einer Größe von 460 x 460 x 1.000 mm³ sowie 500 x 280 x 875 mm³ vor. Seit der Vorstellung des ersten SFM-AT800-Systems im Jahr 2014 gilt das Augsburger Unternehmen als Pionier auf dem Gebiet der automatisierten Reinigung additiv gefertigter Metallbauteile. Inspiriert von den Bedürfnissen professioneller Anwender entwickelt und produziert Solukon robuste und prozessorientierte Systeme zur automatisierten Entpulverung strahlgeschmolzener Metallbauteile. Die Systeme erfüllen dabei höchste Ansprüche an Funktionalität und sind dank innovativer Sicherheitstechnik für eine sichere Verarbeitung reaktiver und gesundheitsgefährlicher Metallpulver zugelassen. 

Pulver kann zur Wiederverwendung ausgeschleust werden

Der Solukon-Entpulverungsprozess erfolgt durch programmierbares Schwenken der Bauteile samt Bauplattform um zwei räumliche Achsen. Um den Pulverfluss zu optimieren, wird das Pulver mit regelbarer Frequenzanregung gezielt „fluidisiert“. Damit wird auch die Abreinigung kleinster Öffnungen und Kanäle ermöglicht, was gerade bei thermischen Folgeprozessen von größter Bedeutung ist. Durch den schonenden und kontaminationsfreien Prozess bleibt das freiwerdende Pulver unverändert und kann zur Wiederverwendung ausgeschleust werden. Der Prozess erfolgt vollautomatisiert in geschützter Atmosphäre, sodass der Kontakt von gesundheitsgefährdendem Feinstaub vermieden und wertvolle Arbeitszeit eingespart wird. 

Neue Möglichkeiten bei Raketenantrieben

Das bisherige Portfolio von Solukon umfasst bisher drei Maschinen, bei der die SFM-AT800 als größte Maschine ein Beladevolumen von je 800 x 400 x 550 mm³ und 300 kg Bauteilgewicht bietet. Mit Einführung der SFM-AT1000 stellt Solukon zwei völlig neue Formate mit einer Bauteilgröße von bis zu 460 x 460 x 1.000 mm³ sowie 500 x 280 x 1.000 mm³ vor. Initiiert wurde die Entwicklung durch die Anfrage des Sondermaschinenherstellers AMCM aus Starnberg. AMCM ist Spezialist für die Individualisierung von EOS-Systemen. Mit der Vorstellung der M4K Drucker mit einem Bauteilgrößenspektrum von 450 x 450 x 1.000 mm³ setzt AMCM einen wegweisenden Meilenstein bei den großformatigen 3D-Druckern. Gerade bei der innovativen Herstellung von 3D-gedruckten Raketenantrieben eröffnet das neue System von Solukon völlig neue Möglichkeiten. So setzte das innovative Startup Launcher Bauteile aus dieser Anlage bei seinem vor kurzem preisgekrönten E2 Flüssigraketenantrieb ein. Dies war ein wichtiger Schritt  des New Yorker Unternehmens, das sich zum Ziel gesetzt hat, günstige Raketenantriebe zu produzieren. 

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Sicheres Handling reaktiver Pulver aus Titan- oder Aluminiumlegierungen

Die SFM-AT1000 baut im Wesentlichen auf dem System der SFM-AT800 auf, besitzt aber ein verstärktes Schwenksystem mit neuartigem und besonders kompaktem Aufbau. Ziel der Entwicklung war es, die höheren Lasten souverän zu bewegen, das Kammervolumen aber so gering wie möglich zu halten, um den Schutzgasverbrauch zu minimieren. Das Schwenksystem verfügt über zwei endlos rotierbare Servoantriebe, sodass das Bauteil nicht nur exakt in jede beliebige räumliche Position, sondern auch entlang jeder beliebigen Bahn also z.B. entlang eines mehrfach verdrehten innenliegenden Kanals bewegt werden kann. Mit einem durchgehend ableitfähigen Aufbau der Kammerkomponenten aus Edelstahl, dem Einsatz bewährter ATEX-Komponenten und in Kombination mit der sicherheitsüberwachten Schutzgasinertisierung ist auch ein sicheres Handling reaktiver Pulver aus Titan- oder Aluminiumlegierungen gewährleistet. Ein direkter Anschluss an ein Materialaufbereitungssystem ist selbstverständlich.