Foto: Philipp Enzmann, Michael Braun

Kunst

3D-Betondrucker schafft temporäre Skulptur

Im Bauhaus-Jubiläumsjahr können Besucherinnen und Besucher der Jahresschau summaery 2019 eine einzigartige robotische Installation live erleben.

In einem neuartigen 3D-Druckprozesses verarbeitet ein Seilroboter zementöses Material zu Modulen, die die Architektur des Forschungsbaus x.Stahl,  sukzessive mit einer temporären Verkleidung überziehen. Das Prinzip des Seilroboters ist den meisten Menschen wohl im Rahmen von Fußballübertragungen begegnet: an vier Kunstfaserseilen gelagert, kann sich der Roboter – hier mit einer Kamera bestückt – über große Strecken frei in der Luft bewegen und spektakuläre Perspektiven aufnehmen. Im Falle von »Robotic Printed Morphologies« kommt ein Betondrucker auf diese Art zum Einsatz.
„Die Präsentation im Rahmen der summaery ist eine einmalige Gelegenheit, das neue Betondruck-Verfahren einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren und die unmittelbare Verbindung von Computational Design, Advanced Manufacturing und Robotik transparent zu machen«, erläutert Prof. Jan Willmann von der Fakultät Kunst und Gestaltung, der die Leitung des Installationsprojektes innehat. »Die entstehenden Artefakte demonstrieren nicht nur die neuartigen ästhetischen und funktionalen Potenziale des entwickelten robotischen Verfahrens, sondern eröffnen auch faszinierende Eindrücke in die Zukunft digitaler Entwurfs- und Fabrikationsprozesse im baulichen Maßstab.“
Den Wissenschaftlern der Forschungskooperation zwischen der Bauhaus-Universität Weimar, der Fachhochschule Dortmund und der Universität Duisburg-Essen geht es darum, die Möglichkeiten, die sich durch den Einsatz dieser Technologie eröffnen, in einem performativen Prozess zu zeigen. »Hier entsteht ein völlig neuer Handlungs- und Gestaltungspielraum für unterschiedliche Akteure bspw. im Bereich des Bauens, der Sanierung oder der Restauration«, erläutert Willmann. „Entgegen den traditionellen Abläufen und Verfahren, können mit Seilrobotern individuelle Lösungen für Problemstellungen jenseits typischer Bauraum- und Ortsbeschränkungen gefunden werden. So können benötige Bauteile bei Bedarf, direkt vor Ort und in fast unbegrenzten Formen und Größen hergestellt werden und müssen nicht als fertige oder gar standardisierte Teile über weite Strecken zu ihrem Verwendungsort transportiert werden“
Von großem Interesse ist das Verfahren insbesondere für die Designforschung: die Fertigungsmethode basiert auf dem Prinzip des Computational Design, also im Computer generierten Entwurfsdaten, die unmittelbar – mittels maschineller Prozesse – in materielle Artefakte überführt werden können.
So wird es möglich, im (digitalen) Entwurf auf unterschiedlichste gestalterische und praktische Anforderungen einzugehen und hochspezifische Objekte effizient und ohne zusätzlichen Mehraufwand herzustellen. Auf diese Weise werden digitale und materielle Welten miteinander verknüpft und die traditionellen Limitationen standardisierter Verfahren überwunden. Hier entstehen völlig neue Aktionsradien und Szenarien sowohl für die gestalterischen als auch technischen Disziplinen – und ebenso für interdisziplinäre Kooperationen und zukunftsorientierte Erkundungen.

Materialien

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